gesunde Pflanzen

Blattbräune der Quitte

Pflanzenschutz-Spezial Haus- und Kleingarten
Der Direktor der Landwirtschaftskammer NRW als Landesbeauftragter
Nr. 12 vom 11.08.2017

Bei einem Befall mit der Blattbräune der Quitte (Diplocarpon soraueri) treten an den Blättern der Quitte rötlich-braune, später schwarze, rundliche Flecken mit winzigen Pusteln auf. Die erkrankten Blätter fallen nachfolgend zum Teil vorzeitig ab. An den Früchten entstehen anschließend ebenfalls schwarze, gelegentlich krustige Flecken, die manchmal zudem rissig werden und das Auftreten einer zusätzlichen Fruchtfäule (Monilinia spp.) begünstigen. Die Blattbräune der Quitte kommt vor allem in feuchten Jahren vermehrt in den Gärten vor. Zur Bekämpfung der Pilzkrankheit reichen im Garten vorbeugende Maßnahmen aber aus. Das abgefallene kranke Laub sollte entfernt und entsorgt werden. Durch ein regelmäßiges Auslichten der Baumkrone kann man das  Abtrocknen der Blätter nach Niederschlägen fördern und die Gefahr von Pilzinfektionen mindern.






 

 gez. Andreas Vietmeier

Samtfleckenkrankheit der Tomate

Pflanzenschutz-Spezial Haus- und Kleingarten
Der Direktor der Landwirtschaftskammer NRW als Landesbeauftragter
Nr. 10 vom 03.07.2017

Tomaten im Gewächshaus werden im Sommer bei warmer Witterung gelegentlich von der Samtfleckenkrankheit (Cladosporium fulvum) befallen. Ein Befall mit dieser Pilzkrankheit führt dazu, dass sich an den Blättern gelbliche, unscharf begrenzte Flecken bilden und später dann blattunterseits ein grau-brauner, leicht samtartiger Pilzmyzelbelag entsteht. Bei starkem Befall vergilben die Blätter nachfolgend und sterben zum Teil sogar ab.

 

 

 

 

 

 

 

Zu einem Befall der Tomatenfrüchte kommt es aber nicht. Auch der Fruchtertrag wird durch den Befall der Blätter kaum gemindert. Zu einer Reduzierung des Ertrags kann es allenfalls dann kommen, wenn der Befall bereits sehr früh eintritt und die Entwicklung der Tomatenpflanzen deutlich beeinträchtigt. Eine anhaltend hohe Luftfeuchte im Gewächshaus begünstigt einen Befall mit der Krankheit. Um das Risiko einer Infektion zu mindern, ist es daher ratsam, die Luftfeuchte im Gewächshaus durch ein regelmäßiges Lüften zu senken. Die Bewässerung der Tomatenpflanzen sollte zudem so erfolgen, dass die Luftfeuchte dabei nicht zu stark ansteigt. Durch die Auswahl einer resistenten oder widerstandsfähigen Tomaten-Sorte kann man die Befallsgefahr darüber hinaus mindern.

gez. Andreas Vietmeier

Sektorspezifische Leitlinie zum integrierten Pflanzenschutz

Die „Sektorspezifische Leitlinie zum integrierten Pflanzenschutz im Haus- und Kleingartenbereich“ wurde von der Bundesregierung und den Ländern anerkannt und in Anhang 1 des Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz (NAP) aufgenommen.

Sie wurde von im Haus- und Kleingartenbereich tätigen Organisationen und Verbänden ("Kasseler Runde") erarbeitet und gibt den Handlungsrahmen für den Pflanzenschutz in Privatgärten vor. Die Leitlinie richtet sich an die für den Pflanzenschutz im privaten Bereich zuständigen bundes- und landespolitischen Ebenen sowie an weitere in diesem Segment Tätige, zum Beispiel Fachberater und Verkäufer. Sie orientiert sich an den acht, von der EU beschriebenen Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes (IPS).

Das Verfassen und die Umsetzung von kulturpflanzen- und sektorspezifischen Leitlinien zum integrierten Pflanzenschutz sind im Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verankert. Sie werden von Verbänden und Organisationen freiwillig erstellt, enthalten Ziele und Maßnahmen zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes und unterstützen Praxis und Beratung bei der Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes.

Hintergrund

In ihren Nationalen Aktionsplänen beschreiben die EU-Mitgliedstaaten, wie sie sicherstellen, dass alle beruflichen Verwender von Pestiziden die allgemeinen Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes anwenden. Hintergrund ist die Richtlinie 2009/128/EG, die allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union vorschreibt, Maßnahmen zur Verringerung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes zum Schutz von Gesundheit und Umwelt zu fördern.

Die Aufnahme der Leitlinie in den Anhang 1 des NAP wurde am 24.01.2020 im Bundesanzeiger bekanntgeben.


Buchsbaumzünsler

Pflanzenschutz-Spezial Haus- und Kleingarten
Der Direktor der Landwirtschaftskammer NRW
als Landesbeauftragter Nr. 3 vom 17.03.2017

Die warme Witterung der letzten Zeit hat dazu geführt, dass am Buchsbaum bereits wieder die ersten Raupen des Buchsbaumzünslers (Cydalima perspectalis) aktiv werden und mit dem Fraß an den Blättern und Trieben beginnen. Es ist daher ratsam, den Buchsbaum jetzt frühzeitig auf einen eventuellen Befall mit den überwinternden Raupen zu kontrollieren, um stärkeren Fraßschäden rechtzeitig vorzubeugen. Raupe des Buchsbaumzünslers Starker Fraßschaden der Raupen Die Raupen des Buchsbaumzünslers haben eine gelbgrüne bis dunkelgrüne Grundfärbung und weisen schwarze und weiße Streifen sowie schwarze Flecken am Körper auf. Die Raupen werden bis zu 5 cm lang. Sie fressen zumeist versteckt im Innern der Buchsbaumpflanzen. Durch ihre versteckte Lebensweise im Innern der Pflanzen wird ein Befall häufig zunächst nicht bemerkt. Bei stärkerem Auftreten der Raupen kann es dann aber sehr schnell zu erheblichen Fraßschäden kommen. Da die Raupen auch die Rinde der Buchsbaumtriebe anfressen, sterben diese zum Teil sogar ab. An den Pflanzen bleiben darüber hinaus feine Gespinste mit den daran anhaftenden Kotkrümeln zurück. Im Laufe eines Jahres können sich zwei bis drei Generationen des Schädlings entwickeln. Sollte es zu einem Befall gekommen sein, ist es zunächst ratsam, die vorhandenen Raupen gründlich per Hand abzusammeln.

Falls erforderlich, kann man anschließend zusätzlich eine Behandlung mit einem dafür zugelassenen biologischen Pflanzenschutzmittel wie Compo Bio-Insektenfrei Neem oder Neudorff Raupenfrei Xentari. Aufgrund der versteckten Lebensweise der Raupen ist es bei der Ausbringung der Mittel besonders wichtig, dass der Buchsbaum vollständig mit der Spritzlösung benetzt wird, insbesondere auch das Pflanzeninnere.

gez. Andreas Vietmeier
Pflanzenschutzdienst im Haus- und Kleingarten, Landwirtschaftskammer NRW

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