Januar

 

Der Garten im Januar 

Leider wird das Nachschärfen der Gartenschere zu oft vernachlässigt. Dabei macht diese Arbeit nur wenig Mühe und lohnt sich, denn mit einer scharfen Schere geht die Arbeit viel leichter von der Hand.

Schrauben Sie zunächst die Schere auseinander, sodass Sie möglichst gut an die Klinge, bzw. bei Bypassscheren an beide Klingen, kommen. Reinigen Sie nun alle Teile gründlich mit lauwarmem Seifenwasser und einer Bürste. Sind hartnäckige Harzanhaftungen vorhanden, können Sie diese mit einem speziellen Reiniger oder Feuerzeugbenzin entfernen. Greifen Sie nun zum Schleifstein, benetzen Sie ihn mit Wasser und schleifen Sie die Schneide zunächst mit der groben Seite so lange, bis alle Kerben verschwunden sind. Achten Sie dabei unbedingt auf den richtigen Winkel, der durch den vorhandenen Schliff vorgegeben ist. Wiederholen Sie danach den Arbeitsschritt noch einmal mit der feinen Seite. Entfernen Sie anschließend auf der anderen Klingenseite den Grat sowie noch anhaftende Schleifreste mit Stahlwolle oder an einem alten Ledergürtel. Ganz zum Schluss ölen Sie noch die Klingen sowie die Feder und Verbindungsschraube und bauen alles wieder zusammen.

Tipp: Nach den Feiertagen lassen sich Weihnachtsbaum und grüner Adventsschmuck gut weiterverwenden, indem Tannen-, Kiefer- oder Fichtenreisig zum Abdecken von Rosen und Steingartenstauden gegen Kahlfröste und Wintersonne verwendet werden.

Nützliche Arbeit: Kompost umsetzen
Komposterde ist nur dann wertvoll, wenn der Komposthaufen richtig gepflegt wird. Dazu gehört das Umsetzen. Alles, was bisher an den Außenseiten lag, kommt nach innen und umgekehrt. So vermischen sich trockene und feuchte sowie weniger oder mehr verrottete Materialien. Komposthaufen werden jährlich wenigstens einmal umgeschaufelt. Wenn die Außenschicht beim Umsetzen schon gefroren ist, werden Stücke abgeschlagen und locker aufgestapelt, um sie mit dem Material, das bisher innen lag, zu bedecken. Auf diese Weise wird eine vorzügliche Durchlüftung des Komposthaufens erzielt, die die Rotte entscheidend beeinflusst. Beim Umsetzen sollte unbedingt auf Tiere wie Kröten, Igel oder Spitzmäuse, die eventuell ihr Winterschlafquartier im Haufen eingerichtet haben, geachtet werden. Gefundene  Tiere werden am besten in einen Schlupfwinkel des neuen Haufens gesetzt.

Anbauplanung: Gemüse mit kurzer Entwicklung
Kleingärtner sollten vorzugsweise Gemüsesorten anbauen, die nur kurze Zeit zur Entwicklung benötigen. So lassen sich die zur Verfügung stehenden Flächen effektiver nutzen. Der erzielte Zeitgewinn ermöglicht den Anbau geeigneter Vor- oder Nachfrüchte, was bei der Verwendung von Sorten mit langer Entwicklungszeit nicht möglich ist. Wenn es nicht unbedingt um Sorteneigenschaften, wie Frosthärte oder gute Lagerfähigkeit im Winterhalbjahr geht, lassen sich für den Spätanbau in vielen Fällen Frühsorten mit gleichem Erfolg im Herbst anbauen, wie die zeitaufwändigen Spätsorten. Das gilt zum Beispiel für Blumenkohl, Kopfkohl oder Kohlrabi.

Erdbeeren: Schutz vor Kahlfrost
Schneearmes, strenges Frostwetter kann Erdbeeren stark schädigen. In Frostlagen sollte die im Spätherbst ausgebrachte Bodenbedeckung auf den Erdbeerbeeten verstärkt werden, um Frostschäden durch Anheben der Pflanzen und Abreißen der Wurzeln zu verhindern. Besonders gilt das für Neupflanzungen. Als Deckmaterial kommen Kompost, Strohmist, Stroh oder Deckreisig in Frage. Wichtig ist, dass die Abdeckung nicht zu früh entfernt wird, denn Spätfrost richtet ebenfalls oft großen Schaden an. Zusätzlich sorgt die Abdeckung für eine Wärmeisolation, so dass die Pflanzen nicht zu früh austreiben und ein erneuter Kälteeinbruch größeren Schaden anrichten kann.

Balkonpflanzen: Putzen im Winterquartier
Pelargonien, Hängenelken, Fuchsien und andere Balkonpflanzen sollten im kühlen Überwinterungsraum regelmäßig durchgeputzt werden. Gleichzeitig wird so oft wie möglich gelüftet. Die Pflanzen verlieren im Winterquartier immer einige Blätter. Absterbendes Laub  wird entfernt, bevor es fault oder schimmelt und so gesunde Blätter und Triebe gefährdet. Triebe werden nur beschnitten, wenn sie Faulstellen aufweisen. Regelmäßiges, vorsichtiges Befeuchten der Topfballen darf nicht vergessen werden. Besonders nach dem Gießen sollte auf häufige Frischluftzufuhr geachtet werden. So verhindert man „Treibhausklima“, das die Pflanzen zu vorzeitigem Wachstum anregen würde.

Tipp: Bevor für die kommende Gartensaison Saatgut bestellt wird, sollten die Restbestände gesichtet werden. Von zahlreichen Gemüsearten bleiben die Samen mehrere Jahre keimfähig, wenn sie kühl und trocken gelagert werden. Eine Keimprobe schützt vor unangenehmen Überraschungen im Frühjahr. So wird die Saatgutbeschaffung besser geplant – und den Geldbeutel freut’s auch, außerdem:

Schossende Unterlagen

An den Obstbäumen entstehen in Nähe des Wurzelhalses oft unerwünschte Wurzelschosse, die an ihrer Basis weggenommen werden müssen. Dazu wir der Boden soweit entfernt, dass die Schosse restlos abgeschnitten werden können. Manchmal entstehen die Triebe auch an den Wurzeln der Unterlage und kommen im Bereich der Baumscheibe ans Tageslicht. Hier sollte die Bodendeckschicht besonders sorgfältig beseitigt werden, um die Wurzeln nicht zu verletzen. Eine Grabegabel ist in jedem Fall besser dafür geeignet als ein Spaten. Außerdem sollte der Boden frostfrei sein.


Triebe ersetzen

Alte Stachelbeer- und Johannisbeersträucher bringen gleichmäßige Ernten, wenn überalterte Triebe jährlich entfernt und durch junge ersetzt werden. Überalterte Triebe sind dadurch zu erkennen, dass sie nur noch kümmerlichen Jahrestrieb hervorbringen. Sie fruchten zwar noch, aber die Beeren werden immer kleiner. Von den neuen Bodentrieben werden stets nur so viele erhalten, wie zum Ersatz des alten Holzes benötigt wird, und zwar die kräftigsten. Alle anderen werden entfernt. Beachtet werden sollte auch, dass alle Ersatztriebe so stehen, dass die Form des Strauches gewahrt bleibt. Durch behutsames Binden der Jungtriebe kann die Form des Strauches  – wenn nötig – ebenfalls korrigiert werden.


Rasen versorgen

Bei frostfreiem und trockenem Wetter können die Rasenflächen bereits im Januar mit gesiebter Komposterde verbessert werden. Kompost ist ein potenter Dünger und versorgt die Rasenfläche nicht nur mit organischem Material, sondern auch mit vielen Nährstoffen. Der Kompost sollte feinkrümelig sein und wird gleichmäßig 2 cm stark aufgestreut. Wird die Rasenfläche danach mit einem Holzrechen (weite Zinken) abgeharkt, sorgt dies für eine gleichmäßige Auflage des Substrats.


Kübelpflanzen beobachten

In frostfreien Räumen überwinternde Kübelpflanzen wie Bleistrauch, Oleander, Wandelröschen oder verschiedene Solanum-Arten müssen auch im Winter ab und zu gegossen werden. Die Pflanzen verdunsten auch in kühlen Räumen laufend Wasser. Es muss ersetzt werden, damit die Kulturen nicht vertrocknen. Mit dem Gießen wird jedoch so lange gewartet, bis das Substrat in den Kübeln fast trocken ist. Ansonsten droht Wurzelfäulnis. Auch für eine gute Durchlüftung des Überwinterungsraumes sollte regelmäßig gesorgt werden. In feuchten Räumen tritt sehr schnell Mehltau auf, der den gesamten Bestand infizieren kann.

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