Obstgarten

PFLANZZEIT VON ERDBEEREN

Alle Jahre wieder warten wir auf die ersten warmen Sommermonate, in denen die Erdbeerenendlich wieder richtig schön nach Erdbeeren schmecken.

Dabei wissen viele gar nicht, dass man die süßesten und aromatischsten Erdbeeren eigentlich zu Hause zieht. Diese kleinen Vitaminbomben haben nichts mit den überdimensionalen und wässrigen Früchten zu tun, die Sie im Supermarkt bekommen. In ihnen steckt der volle Geschmack der Erdbeere, die beste Pflege und den sonnigsten Platz genossen hat.

ES KOMMT AUF DAS PFLANZGUT AN

Wann Sie Ihre Erdbeerpflanzen pflanzen hängt ganz von dem Pflanzgut ab, für das sie sich entschieden haben. Es gibt Grünpflanzen, Frigopflanzen und Topfpflanzen.

Prinzipiell ist es immer so, dass Ausläufer von ihren Mutterpflanzen getrennt, und dann auf sich allein gestellt herangezogen werden. Diese neuen Pflanzen werden dann verkauft. Sie können diese Art der Vermehrung allerdings auch selbst zu Hause vornehmen. Dabei ist nur wichtig, die Herzen der Pflanzen nicht zu beschädigen und vorsichtig mit den Wurzeln umzugehen.

GRÜNPFLANZEN
Anfang bis Ende August werden die Ausläufer von ihren Mutterpflanzen getrennt und in Kunststoffbeuteln verpackt. Zwischen Trennung der Ausläufer und Einpflanzung im neuen Garten dürfen nur maximal zwei Wochen liegen, da die Pflanzen sonst Schaden nehmen. Wenn Sie die Pflanzen noch eine Weile aufbewahren möchten, müssen sie feucht gehalten und kühl gelagert werden, z.B. im Kühlschrank.

Pflanzzeit von Erdbeergrünpflanzen ist demnach im besten Fall August bis September. Die unversehrten Pflanzen zeigen in der Regel eine gute Wuchsleistung und tragen im Folgejahr meist die ersten Früchte.

FRIGOPFLANZEN

Der Sommer ist für die Erdbeerpflanze die Zeit, in der sie richtig loslegen kann. Sie steckt viel von ihrer Energie in die Bildung von Ausläufern und gibt ihr bestes, ihren Nachkommen den ganzen Sommer lang Kraft für dessen Wachstum zu spenden.

Das machen wir uns in Form von Frigopflanzen zunutze. Hierbei werden die Ausläufer erst im Winter gerodet (also von ihren Mutterpflanzen getrennt). Sie haben zu diesem Zeitpunkt schon alles von ihren Mutterpflanzen bekommen, das sie für einen guten und früchtereichen Start in der nächsten Vegetationsperiode brauchen.

Nach der Rodung wird das Laub entfernt und die nun etwas traurig aussehenden Pflanzen werden kühl (bei ca. 1,5°C) eingelagert. Dieses Pflanzgut ist bis Juli erhältlich und kann im Frühjahr, von April bis Anfang Juli, gesetzt werden. Die Pflanzen treiben nun sofort aus und können sogar in demselben Jahr schon die ersten Früchte tragen.

Bei der Pflanzung sollten die Wurzeln nicht zurückgeschnitten werden.

Ein Nachteil bei diesem Pflanzgut ist wahrscheinlich, dass sich im Vergleich zu den Grünpflanzen mehr Ausläufer bilden und so die Anzahl der Früchte reduziert wird.

TOPFPFLANZEN

Hierbei werden die Erdbeerausläufer in einem Kultursubstrat mit allen wichtigen Nährstoffen angezogen. Das heißt, Sie bekommen eine kleine Pflanze, die schon in einem zum Einpflanzen geeigneten Erd- oder Torfsubstrat sitzt und die die erste Düngung schon mitgeliefert bekommen hat. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass das Herz der Pflanze kräftig ausgebildet ist, dass sie schon mindestens drei voll entwickelte Blätter trägt und dass die Wurzelbildung gut ist.

Bevor die Pflanzen gesetzt werden, können sie in ihren Töpfen eine Weile aufbewahrt werden, wenn sie regelmäßig gegossen werden. Vorausgesetzt die Töpfe sind aus biologisch abbaubarem Torfmaterial gefertigt, werden die Pflanzen samt Topf schon im Juli in die Erde gebracht. Es sind sehr gute Erträge ab dem folgenden Jahr zu erwarten.

Obst, das sich im Kübel lohnt

Beeren reifen bereitwillig in Gefäßen, vorausgesetzt diese sind groß genug und Gärtner vergessen das Düngen nicht.

Schließlich strecken die Pflanzen ihre Wurzeln jahrelang in dieselbe Erde.

Erdbeeren: Topfgärtner pflanzen meist Monatserdbeeren, und zwar im Frühling. An ihren Trieben reifen von Juni bis Oktober immer neue Früchte, die aromatischer sind als die vieler Garten-Erdbeeren. Nach der letzten Ernte im Herbst schneidet man die Pflanzen bis aufs Herz zurück und überwintert sie an einem geschützten Platz (an der Hauswand). So liefern sie noch 2-3 weitere Jahre saftige Beeren. Diese Sorten haben sich bewährt: ‘Mara des Bois’, ‘Rügen’, ‘Josee’.
 
Johannisbeeren/Stachelbeeren: In einem Topf, der mindestens 30, besser 50 Liter Erde fasst, gedeihen Johannis- und Stachelbeeren prächtig. Damit die Sträucher viele Früchte ansetzen, wachsen möglichst zwei verschiedene Sorten nebeneinander.
Die Beerensträucher bestehen auf ständig feuchten Boden, andernfalls werfen sie Blüten oder Früchte ab. Eine Schicht Mulch schützt vor dem Austrocknen. Im Frühling mit einer Portion Kompost oder anderem organischen Dünger versorgt und nach der Ernte auf 5-8 gesunde, starke Triebe ausgelichtet, stehen die Pflanzen denen im Garten in nichts nach.

Himbeeren: Sommer- und Herbsthimbeeren nehmen gerne im Kübel Platz – vorausgesetzt dieser ist noch etwas geräumiger als der von Johannisbeeren. Denn ihre Fruchttriebe sterben Jahr für Jahr ab. Der Wurzelstock muss also kräftig und gesund sein, um jedes Jahr neue zu bilden. Sonst gilt das gleiche wie für Johannisbeeren: im Frühling gut düngen und die Erde feucht halten.

Heidelbeeren fühlen sich in 50-60 Liter großen Kübeln wohl. Kultur-Sorten brauchen zwar weniger dringend sauren Boden zwischen den Wurzeln als wilde Sträucher, in kalkhaltiger Erde kümmern sie jedoch. Leicht saure Bio-Erde mischen Topfgärtner aus feinem Rindenmulch von Nadelbäumen, Quarzsand, Nadelerde (unter Nadelgehölzen gesammelt) und Sägespänen von Kiefer oder Fichte. Für die jährliche Portion Nährstoffe sorgt organischer Rhododendrondünger.
Besonders üppig fällt die Ernte aus, wenn zwei oder mehr Sorten nebeneinander wachsen. Beliebte Sorten heißen ‘Duke’ (Ende Juni), ‘Bluecrop’ (Mitte Juli), ‘Goldtraube’ (Ende Juli) und ‘Elliot’ (Mitte August).

Beeren schmecken frisch gepflückt am besten. Denn sie lassen sich nicht lange lagern und schwer transportieren. Beerensträucher sind Gefäßen bestens gewachsen. Auch ohne weitläufigen Boden setzten sie Früchte an und liefern reiche Ernte.

Hängende Gärten: Wer wenig Platz hat, aber viel ernten möchte, pflanzt am besten in der Luft. Erdbeeren haben es in schwarzen Kunststoff-Beuteln mollig warm, brauchen allerdings auch häufig Wasser.

 

 

 

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